6. KWE Handballcamp ´10

Bericht aus der Böblinger Kreiszeitung vom 9.9.2010

Tricks und Tipps für kleine Talente
Handball: 46 Kinder und prominente Trainingsgäste beim Sommercamp des TSV Ehningen
Von Katharina Weiss

EHNINGEN. "Ihr seid viel zu brav!", ruft Ex-Bundesligatrainer Jochen Griesmeier durch die Schalkwiesen-Sporthalle in Ehningen. "Wenn ihr den Ball habt", ermahnt er die Jungsportler, "dann wollt ihr auch ein Tor machen." Manndeckungstraining ist beim KWE-Handballcamp des TSV Ehningen angesagt. Zum sechsten Mal organisieren Conny Sander und Rosi Mück im Rahmen des Sommerferienprogramms das Sportevent.

46 Kindern zwischen sechs und zwölf Jahren wird dort ein abwechslungsreiches Programm geboten. Handballspezifische Trainingseinheiten, aber auch Badminton, Fußball und Hockey stehen auf dem Programm. "Mensch, sind die Kids heute leise", wundert sich Jana Remmlinger über die geringe Lautstärke in der Halle am zweiten Tag des Camps. Ob es daran liegt, dass sie sich am Vortag ausgepowert haben, dass sie trotz Ferien früh aus dem Bett mussten oder der Respekt vor den prominenten Trainer zu groß ist? So ganz genau weiß es die Jugendtrainerin des TSV Ehningen auch nicht.

Jochen Griesmeier, früherer Handballtrainer und momentan Geschäftsführer des VfL Waiblingen, sowie Oliver Hess, Zweitligaspieler der SG Haslach/Herrenberg/
Kuppingen, sind zu Gast. "Laufen ohne Ball" will Hess mit den Kleinen trainieren. Der Wirtschaftswissenschaftstudent, der auch C-Jugendtrainer bei der SG H2Ku ist, arbeitet zum ersten Mal mit den Minis. "Macht aber genauso Spaß", sagt der 1,98 Meter große Handballer: "Ich muss meine Übungen nur vereinfachen und an das Können der Kinder anpassen." So sprinten die Kleinen von Hütchen zu Hütchen, warten auf ihr Kommando, um das gegnerische Team zu jagen, dribbeln in vorgegebene Felder wie die Großen. Es geht um Geschwindigkeit, Reaktion, alles spielerisch verpackt.

In vier Gruppen sind die Kids aufgeteilt, jede Gruppe hat zwei Betreuer und ist nach Alter getrennt. Um alle Angebote wahrzunehmen, wird im 25-Minutentakt das Spielfeld gewechselt. Allerdings: Nicht nur Handballer nehmen am Ferienangebot teil. "Hier ist egal, ob man von Handball Ahnung hat oder nicht", sagt Jana Remmlinger. Die 21-Jährige trainiert seit 2003 die männliche C-Jugend und hat tatkräftig bei der Organisation des Camps mitgewirkt. "Der Spaß am Sport steht beim Sommerprogramm an erster Stelle", betont auch Conny Sander.

Neben der Trainingseinheit von Oliver Hess kommen die Nachwuchshandballer aus dem Schwitzen gar nicht mehr heraus. Jochen Griesmeier kümmert sich um die Manndeckung. Auch wenn der frühere Coach der Sindelfinger Handballfrauen nach seiner Tätigkeit beim TuS Metzingen eine schöpferische Pause einlegt und nur noch selten Training gibt, hat der 47-jährige Spaß bei der Arbeit. "Das Trainieren ist mein Ding", erklärt er und gibt nach getaner Arbeit bereitwillig Autogramme auf den Sommercamp-T-Shirts der Teilnehmer.

Szenenwechsel: Auf dem dritten Spielfeld werden die Knieschoner auf Knöchelhöhe geschoben, der Ball schrumpft auf Faustgröße, liegt auf dem Boden und darf mit den Fingern nicht mehr berührt werden. Die Jungs und Mädchen halten Holzschläger in den Händen. Tobias Tietze und Christopher Gross von der Hockeyabteilung der SV Böblingen lassen die Sechs- bis Zwölfjährigen im Slalom um die Hütchen jagen. Ziel ist es, dass sie ein anderes Ballgefühl erleben sollen.

Doch neben dem Training mit den Promis hat etwas anderes die Kinder begeistert: "Besonders viel Spaß hatten sie am Dienstag beim Kempa-Trick", sagt Conny Sander und schiebt die Erklärung gleich hinterher: "Da durften sie auf einem Trampolin hüpfen, im Sprung den Ball fangen und werfen."

 

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