7. KWE Handballcamp ´11

Spaß an der Bewegung soll im Mittelpunkt stehen

Bericht aus der Böblinger Kreiszeitung vom 3.9.2011

Handball: Siebtes Camp des TSV Ehningen ist im Sommerferienprogramm mit 45 Teilnehmern wieder ein voller Erfolg
Von Michael Schwartz

Hol dir den Ball: Trainer Jochen Griesmeier hat viele Tipps und Tricks parat KRZ-Foto: Bischof

EHNINGEN. Urlaub im Sommer ist eigentlich eine schöne Sache - eigentlich. Denn für so manche Ehninger Kinder ist es gar nicht schön, mit Mama und Papa in den Süden zu fliegen, wenn doch zu Hause zum mittlerweile siebten Mal das große Handballcamp des TSV stattfindet, wie Organisatorin Conny Sander versichert.

"Duuu, welche Farbe hat dieses Jahr das T-Shirt?" Die erste Frage der Kids, die sich beim Handball-Camp schon auskennen, ist sehr modebewusst. Das besagte Kleidungsstück, das schon zur Tradition gehört, ist in diesem Jahr hellgrün und am Ende der beiden Tage meist vollgekritzelt. Darauf können ihre Träger die Unterschriften von Trainern, Betreuern und neuen wie alten Freunden sammeln. Mit wasserfestem Stoffmalstift versteht sich, damit die Erinnerung nicht in der Waschmaschine verblasst.

Ganze 45 T-Shirts haben die Veranstalter dieses Mal anfertigen lassen, für jeden Nachwuchshandballer eines. "Wir sind froh, dass die Nachfrage so groß ist", erzählt Conny Sander aus dem TSV-Ausschuss. Kein Wunder, gehört das Handballcamp bei seiner siebten Auflage doch schon zu den festen Größen im Ehninger Sommerferienprogramm. Die meisten Mädchen und Jungs spielen sowieso schon Handball, aber einige schnuppern bei der zweitägigen Veranstaltung auch zum ersten Mal in die Sportart rein.

Jonas gehört als kleiner Experte zur ersten Sorte. Auf die Frage von Trainer Nico Kiener, was denn in der Manndeckung wichtig sei, antwortet er: "Den Gegner nicht schießen lassen." Und genau in diese Richtung legt Kiener auch seine Übungen aus - mit einem klassischen Fangspiel. Wer einen von zwei Bällen in der Hand hat, ist gesichert. Die Aufgabe der Gejagten ist es also, sich durch Zuwerfen gegenseitig zu retten. "Auf diese Weise schärft sich ihre Wahrnehmung. Sie müssen erkennen, was auf dem Feld passiert und koordinieren, wo Ball und Gegenspieler sind", erklärt der Drittligaspieler der SG H2Ku Herrenberg, wie er auf spielerische Weise an sein Thema Manndeckung heranführt. "Der Spaß an der Bewegung soll im Mittelpunkt stehen", findet Kiener, der beim Handballverband Württemberg als Trainer schon Erfahrungen in der Zusammenarbeiten mit dieser Altersklasse sammeln konnte.

Frank Ziehfreund, Trainer der ersten Männermannschaft des HC Wernau, sammelt selbst neue Erfahrungen, da er zum ersten Mal als Coach beim Handballcamp dabei ist. "Das hier ist kein leistungsorientiertes Training und soll vor allem Spaß machen", schlägt er in die selbe Kerbe wie Kiener, als er die Unterschiede zu seinen sonstigen Trainingsmethoden erklärt.

Er selbst ist mit viel Herzblut dabei, macht engagiert vor, wie man am schnellsten durch die Hoola-Hoop-Reifen trippelt. Auch er konzentriert sich auf koordinative Leistungen, die er auf spielerische Art und Weise vermittelt. Tim kommt dennoch ganz schön aus der Puste, als er einen Luftballon hochwirft und von Pylone zu Pylone rennt, um den Ballon wieder zu fangen, bevor er auf dem Boden aufkommt. "Puh, geschafft", ist er danach stolz auf sich.

Einen Hallenabschnitt weiter ist Jochen Griesmeier, ehemaliger Trainer der Zweitligafrauen von TuS Metzingen, ebenso voll bei der Sache. "Klasse Junge", freut er sich über einen gelungenen Spielzug. "Oh, das war ein verschossener Elfmeter", ärgert er sich mit einem Lächeln auf den Lippen über einen missglückten Versuch, während er ein aufmunterndes Schulterklopfen parat hat. Er lässt drei Abwehrspieler gegen sechs Angreifer antreten, die wild durch die Gegend wuseln und versuchen, einen der vielen im Spiel befindlichen Bälle zu erobern und in die sichere Zone zu befördern. Eine gute Vorbereitung für das abschließende Turnier an jedem Tag, bei dem auch Trainer und Betreuer mitspielen.

Basketball, Turner und Karateka sorgen für Abwechslung im Camp

Die Verantwortlichen sind allerdings bemüht, auch Abwechslung ins Camp einzubringen. So spielt eine der vier altersgerecht eingeteilten Gruppen draußen Basketball, und auch einige Karateka statten der Veranstaltung ebenfalls einen Besuch ab, um ihre Sportart vorzustellen. "Besonders toll war, dass die Turner vom TSV Gärtringen mit ihrer 20 Meter langen Air-Track-Matte vorbeigeschaut haben. Dort konnten die Kids mit Hilfestellung Salto und Flugrolle ausprobieren", freut sich Conny Sander, die schon überlegt, das Camp im nächsten Jahr auch auf A- und B-Jugendliche auszuweiten. Neben dem immer wieder betonten Spaß an der Sache, hat das Camp auch einen schönen Nebeneffekt. "Die Großen und Kleinen lernen sich besser kennen. So wächst die ganze Handballabteilung ein bisschen näher zusammen", sagt Sander.